Dauerserie „Welt der Briefe“

Allgemeines

Ab dem 2. Dezember 2021 hat die Deutsche Post AG die Dauerserie „Welt der Briefe“ in Umlauf gebracht. Sie löste die Vorgängerserie „Blumen“ ab.

Im gleichen Jahr wurde damit begonnen auf deutschen Postwertzeichen einen Data-Matrix-Code aufzudrucken. In diesem Zuge wurden neue Markenformate eingeführt. Für die Dauerserie „Welt der Briefe“ wurde das Format 31,80 mm x 30,13 mm gewählt.

Durch den aufgedruckten Code ist bereits bei einfachen Briefsendungen eine eingeschränkte Sendungsverfolgung möglich. Er trägt zudem zur Fälschungssicherheit bei und verhindert aufgrund der digitalen Entwertung eine Mehrfachverwendung. Des Weiteren lassen sich mit Hilfe der DHL-App durch scannen des Codes Daten zur Briefmarke abrufen.

Es ist die erste Dauerserie bei der das Ausgabejahr auf den Marken aufgedruckt ist. Ursprünglich war geplant, dass die ersten Dauerserienwerte am 3. Januar 2022 erscheinen sollten. Die Deutsche Post hat dann kurzfristig entschieden, den Verkauf einiger Wertstufen bereits ab 2. Dezember 2021 zu beginnen, um den zu erwartenden Kaufandrang im Januar zu entzerren. Auf den vier betroffenen Postwertzeichen ist nun die falsche Jahreszahl 2022 aufgedruckt, beim Abruf über die Post & DHL App wird jedoch das korrekte Ausgabejahr 2021 genannt.



Die ersten vier Wertstufen der Dauerserie „Welt der Briefe“ – Erstausgabetag 2. Dezember 2021

Für die neue Dauerserie „Welt der Briefe“, bei der das Thema Schreiben und die Nachrichtenübermittlung im Vordergrund steht, hat kein Gestaltungswettbewerb stattgefunden. Die Entwürfe werden allesamt von der posteigenen Designerin Bettina Walter vorgenommen. Sie hat dabei auf kreative Weise die unterschiedlichen Kommunikationswege im Wasser, auf dem Land, in der Luft und im Weltall in phantasievoll gestalteten Bildwelten integriert. Einzigartig ist dabei, dass bei einer korrekten Anordnung aller Markenmotive, wie bei einem Puzzle, ein Gesamtbild entsteht.

Produktion

Die Postwertzeichen der Dauerserie werden im Mehrfarben-Offsetdruck hergestellt. Für die Ausgaben in Zehnerbogen und Marken-Sets waren von Anfang an vier Druckereien beteiligt:

  • Bundesdruckerei GmbH, Berlin
  • Royal Joh. Enschedé, Haarlem (Niederlande)
  • Bagel Security-Print GmbH & Co. KG, Mönchengladbach
  • Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH, Leipzig

Für die Postwertzeichen in Rollenform, dazu gehören die nassklebenden Kleinrollen sowie die selbstklebenden Maxirollen und Marken-Boxen, wurden bisher nur die Bundesdruckerei und Royal Joh. Enschedé beauftragt.

Eine weitere Ausgabeart sind Ganzsachen mit aufgedrucktem Wertstempel, wofür aber ganz andere Druckereien zum Einsatz kommen.

Manche Produkte sind zeitgleich von unterschiedlichen Druckereien gefertigt worden oder bei einer späteren Nachauflage kam eine andere Produktionsstätte als ursprünglich zu Zuge. Dadurch ist eine Typenvielfalt entstanden, die bei deutschen Dauerserien beispiellos ist.

Der Druck der Dauerserienwerte erfolgt auf gestrichenem weißem und fluoreszierendem Postwertzeichenpapier DP 2. Erstmals ist bei der Zehnerbogen- und Rollenproduktion der Ausgabe „Blumenbrief“ zu 95 ct vom 3. April 2025 ein zu 100 % bestehendes Recyclingpapier verwendet worden. Das wird auf der Marke mit einem Laubblatt vor der Jahreszahl rechts unten symbolisiert. Entwickelt wurde das Papier gemeinsam von der Deutschen Post und dem britischen Papierhersteller Tullis Russell.



Erste Ausgabe auf Recyclingpapier mit Laubblatt neben der Jahreszahl als Erkennungsmerkmal

Von der Dauerserie „Welt der Briefe“ sind bisher 31 verschiedene Motive ausgegeben worden, zwei davon tragen die gleiche Wertstufe zu 95 ct. Von allen Motiven wurden Zehnerbogen gefertigt. Rollen mit nassklebenden Marken gibt es dagegen lediglich von 15 Motiven. Dazu kommen noch Markenboxen zu 100 Stück von 5 Motiven, Maxirollen zu 500 bzw. 5.000 Stück von 15 Motiven und Markensets zu 10 Stück ebenfalls von 15 Motiven (Stand April 2025).

Zählnummer bei Rollenmarken

Die bei Rollenmarken rückseitig aufgedruckten Zählnummern haben bei der Dauerserie „Welt der Briefe“ ganz neue Dimensionen angenommen. Grundsätzlich gibt es zwar nur zwei Typen, die von der Bundesdruckerei und die von Royal Joh. Enschedé. Bei den aus den Niederlanden stammenden Rollenmarken werden aber noch zahlreiche Untervarianten unterschieden. Eine aufschlussreiche Ausarbeitung zu diesem Thema steht nachfolgend zum Download bereit.

Besonderheiten

Am 2. November 2022 erschien der Ergänzungswert „Flaschenpost“ zu 10 ct. Bei der aus der Druckerei Royal Joh. Enschedé stammenden Erstauflage in Rollenform ist eine Panne passiert. Der Data-Matrix-Code wurde kopfstehend auf den Marken aufgedruckt. Außerdem sind die Rollenstreifen bei der Verpackung falsch getrennt worden. Die Rollen begannen nicht wie üblich mit einer Marke sondern mit einem Zwischenfeld. Bereits kurz nach Verkaufsstart wurde diese Auflage zurückgezogen und ab Mitte Dezember 2022 durch eine Nachauflage mit korrekt aufgedrucktem Code ersetzt.

Ab Dezember 2023 kam eine weitere Auflage, diese Mal von der Bundesdruckerei, in Umlauf. Hierbei ist es zu einer weiteren Panne gekommen. Es wurde eine Druckvorlage verwendet, deren Wertangabe eine „0“ vorangestellt war. Auch diese Auflage wurde schon bald vom Verkauf zurückgezogen. Ab Januar 2024 stand dann eine Nachauflage bereit.



Die vier Auflagen der Ausgabe „Flaschenpost“ – Erstausgabetag 2. November 2022

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