Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“

In dem überdurchschnittlich langen Ausgabezeitraum der Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ vom November 1987 bis Februar 2004 – also über 16 Jahre – wurden insgesamt 64 verschiedene Dauerserienwerte im Bundesgebiet ausgegeben.



Die ersten vier Dauerserienwerte vom 6. November 1987 – Ausgabe „Deutsche Bundespost“

Parallel hierzu sind bildgleiche Postwertzeichen mit dem Aufdruck „Deutsche Bundespost Berlin“ erschienen. Aufgrund der am 3. Oktober 1990 vollzogenen Deutschen Einheit wurde die Herausgabe von eigenen Briefmarken für die Landespostdirektion Berlin zum Ende des Jahres 1990 eingestellt. Die Teilserie „Sehenswürdigkeiten“, Ausgabe Deutsche Bundespost Berlin, umfasste daher nur 15 verschiedene Dauerserienwerte.



Die letzten beiden Dauerserienwerte vom 5. Februar bzw. 21. Juni 1990 – Ausgabe „Deutsche Bundespost Berlin“

Anfangs wurde für die Herstellung der Dauerserienwerte eine leicht gelblich wirkende Planatol-Gummierung verwendet (Typ u). Im April 1990 kam dann ein Dauermarkenheftchen in Umlauf, dass erstmals Postwertzeichen mit einer rein weißen Planatol-Gummierung enthielt (Typ v). Die Umstellung auf die weiße Gummierung bei der gesamten Dauerserie erfolgte schließlich 1992.

1991 erschien das erste deutsche Markenheftchen mit selbstklebenden Postwertzeichen (MH 27). Aufgrund gravierender Mängel, vor allem bei der Alterungsbeständigkeit, muss es jedoch als gescheiteter Anfangsversuch gewertet werden.



Erstes Markenheftchen mit selbstklebenden Postwertzeichen vom Juni 1991

Im Oktober 1991 sind erstmals Großrollen zu 10.000 Stück eingeführt worden. An diesen Rollen befanden sich zusätzlich am Rollenanfang Streifen mit neun farbigen Leerfeldern. Die rückseitige Nummerierung war nicht durchgehend, sondern begann nach der Zählnummer „2000“ wieder von vorne.




Rollenstreifen aus Großrollen von der Anfangszeit 1991

Ab 1993 wurde dazu übergegangen das Verpackungskonzept bei Rollenmarken grundlegend zu ändern. Statt einer Verpackung mit Banderolen und Verschlussteller wurden fortan die Rollen einzeln in farbige Pappschachteln untergebracht. Der Aufdruck auf den Verpackungsschachteln hat sich im Laufe der Zeit mehrmals verändert. In diesem Zuge sind auch die Leerfeldstreifen an den Rollenenden verschwunden.



Farbige Verpackungsschachteln von Rollenmarken ab 1993

Im Jahr 1994 ist die Bogenproduktion umgestellt worden. An die Stelle von Großbogen sind handliche Zehnerbogen getreten.

Am 1. Juli 1989 trat das Poststrukturgesetz in Kraft. Die Kommunikationsdienste wurden dabei auf die Bedürfnisse des europäischen Marktes angepasst. Dies führte am 1. Januar 1995 zur Umwandlung der Deutschen Bundespost in die Deutsche Post AG, also von einer staatlichen Behörde in eine privatrechtliche Unternehmensform als Aktiengesellschaft. Daraus resultierte ab 6. April 1995 die Umbenennung der Landesbezeichnung auf deutschen Postwertzeichen von „Deutsche Bundespost“ auf „Deutschland“.



Erster Dauerserienwert in Zehnerbogen mit der Landesbezeichnung „Deutschland“, Ausgabetag 10. August 1995

Ab Oktober 1995 wurden die rückseitigen Zählnummern bei Rollenmarken nicht mehr mittels mechanischer Druckwerke waagerecht aufgedruckt (Typ I), sondern mit Tintenstrahldruckern senkrecht aufgespritzt (Typ II). Später ist der Punkt hinter der Zählnummer verschwunden. Für kurze Zeit ist auch eine schwarze (Typ b) statt der üblichen grauen Tinte (Typ a) zum Einsatz gekommen.



Waagerechte Zählnummer



Senkrechte Zählnummer mit grauer Tinte,
mit Punkt



Senkrechte Zählnummer mit grauer Tinte,
ohne Punkt



Senkrechte Zählnummer mit schwarzer Tinte,
mit Punkt

Ab 1997 wurde für die Dauermarkenproduktion ein neues Sicherheitspapier eingeführt. Diesem Papier waren große Mengen an winzigen Melierfasern beigemischt (DP 1M), die zur Fälschungsbekämpfung dienten. Gleichzeitig wurde auf eine vollsynthetische Gummierung umgestellt („Gummi 30“).
Jahre später entstand durch eine Panne bei der Papierherstellerfirma zunächst unerkannt ein Papier mit einem nur geringen Anteil an Melierfasern (DP 1MW). Zwischen Mai 2000 und Januar 2001 wurde diese Papierabart für Nachauflagen von sechs bis dahin nur auf Papier ohne Melierfasern (DP 1) gedruckten Rollenmarkenausgaben verwendet.

Im Jahr 1998 ist die Verpackung von Rollenmarken erneut verändert worden. Fortan wurden unbedruckte weiße Schachteln mit aufgeklebtem Etikett verwendet. Sie durchlebten die Währungsumstellung von D-Mark/Pfennig auf Euro/Cent.



Einfarbig weiße oder gelbe Verpackungsschachteln ab 1998

Anlässlich der Einführung der europäischen Einheitswährung als Bargeld zum 1. Januar 2002 wurden für die Übergangszeit Postwertzeichen mit doppelter Wertangabe in Pfennig und Euro ausgegeben. Ab 2002 erschienen dann nur noch Postwertzeichen mit alleiniger Wertangabe in Euro. Durch die genaue Pfennig-Euro-Umrechnung entstanden fast durchwegs Postwertzeichen mit „krummer“ Wertangabe. Während die Frankaturgültigkeit bei den Postwertzeichen mit Wertangabe in Pfennig am 30. Juni 2002 endete, bleiben die Markenausgaben mit Doppelnominale bzw. in Euro-Währung unbegrenzt frankaturgültig.



Letzter Dauerserienwert mit Wertangabe in Pfennig
Ausgabetag 10. September 1998



Erster Dauerserienwert mit doppelter Wertangabe in Pfennig und Euro
Ausgabetag 28. September 2000



Erster Dauerserienwert mit Wertangabe in Euro
Ausgabetag 27. Dezember 2002

Ab den Markenausgaben mit Doppelnominale wurde auf der Bildseite ein Sicherheitsadditiv (SAD) aufgetragen. Es diente dazu, um mit ungültig gewordenen Postwertzeichen (ohne SAD) frankierte Sendungen erkennen und aussortieren zu können.

Bei den Dauermarken in Euro-Währung wurde nicht mehr der indirekte Hochdruck mit Kastenzähnung, sondern der Offsetdruck mit Fräsperforation angewendet. Dafür kam ein gestrichenes Postwertzeichenpapier (DP 2) zur Anwendung.

Das waren nur einige Eckpunkte von der äußerst lebhaften Entwicklungsgeschichte der Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“.


Die AGF hat sich sehr intensiv mit der Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ beschäftigt. Die Forschungsergebnisse finden sich in zahlreich veröffentlichten Artikeln in den Rundschauen wieder. Der Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ wurden sogar zwei eigene Publikationen gewidmet.



AGF Rundschau 115, III / 2005
18 Jahre Freimarkenserie „Sehenswürdigkeiten“
(43 Seiten)



Rollenmarken-Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ 1987-2004
Beschreibung der unterschiedlichen Ausgabeformen und deren Produktion
(152 Seiten)

Als Ergänzung zum Handbuch „Rollenmarken-Dauerserie Sehenswürdigkeiten 1987-2004“ gibt es noch einen 2. Teil mit dem Untertitel „Wertstufenübersicht“. Dieser 2. Teil wurde nicht in gedruckter Form veröffentlicht. Er kann hier kostenlos als PDF-Datei heruntergeladen werden.


Um ein geeignetes Design für die Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ zu finden, hat ein Gestaltungswettbewerb stattgefunden. Dazu wurden zehn bewährte Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Als Gewinner des Wettbewerbs ging das Ehepaar Sybille und Fritz Haase aus Bremen hervor. Die eingereichten Entwürfe wurden auf einem Entwürfeblatt im Farbdruck zusammengefasst.


Über die für die Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“ verwendeten Gummierungen ist schon viel geschrieben worden. Leider nicht immer mit korrektem Inhalt, was zu Verwirrungen bei den Sammlern geführt hat und bis heute anhält. In einem in der Rundschau Nr. 163, I / 2019 veröffentlichter Artikel wurde dieses Thema noch einmal aufgegriffen.


Interessant sind auch die Verpackungen der Dauerserie „Sehenswürdigkeiten“, vor allem die der Rollenmarken. Das über viele Jahre von AGF-Mitgliedern zusammengetragene Verpackungsmaterial ist mit großem Aufwand sortiert, verglichen und akribisch dokumentiert worden. Über die unterschiedlichen Verpackungsvarianten gibt es mit Ausnahme der anfänglichen Banderolen und Verschlussteller umfangreiche Datensammlungen, die als PDF-Dateien heruntergeladen werden können.

lfd. Nr.BezeichnungStandDownload
1Die unterschiedlichen Rollenmarken-Verpackungen der Dauerserie „SehenswürdigkeitenApril 2018PDF
2Die Verpackungsschachteln der Kleinrollen 1993-1998 – BeschreibungNov. 2017PDF
3Die Verpackungsschachteln der Kleinrollen 1993-1998 – Typen-Übersicht und VerpackungsdatenMai 2017PDF
4Spenderboxen und Markenboxen – Beschreibung, Typen-Übersicht und VerpackungsdatenNov. 2017PDF
5Die Notverpackungen der Kleinrollen – Beschreibung und Typen-ÜbersichtNov. 2017PDF
6Die Verpackungsschachteln der Kleinrollen ab 1998 – BeschreibungMärz 2017PDF
7Die Verpackungsschachteln der Kleinrollen ab 1998 – Typen-Übersicht und Verpackungsdaten (Teil 1 – Ausgaben in DM-Währung)März 2017PDF
8Die Verpackungsschachteln der Kleinrollen ab 1998 – Typen-Übersicht und Verpackungsdaten (Teil 2 – Ausgaben mit Doppelnominale)März 2017PDF
9Die Verpackungsschachteln der Kleinrollen ab 1998 – Typen-Übersicht und Verpackungsdaten (Teil 3 – Ausgaben in Euro-Währung)März 2017PDF
10Die Verpackungen der Großrollen – BeschreibungApril 2018PDF
11Die Verpackungen der Großrollen – Typen-Übersicht und Verpackungsdaten (Teil 1 – Ausgaben in DM-Währung)April 2018PDF
12Die Verpackungen der Großrollen – Typen-Übersicht und Verpackungsdaten (Teil 2 – Ausgaben mit Doppelnominale)April 2018PDF
13Die Verpackungen der Großrollen – Typen-Übersicht und Verpackungsdaten (Teil 3 – Ausgaben in Euro-Währung)April 2018PDF

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